Entlang Kolumbiens Karibikküste- von Cabo de la Vela nach Cartagena

Die Enden dieser Welt sind etwas besonderes. Im äussersten Nordosten Kolumbiens ist Cabo de la Vela so ein spezieller Fleck Erde. Es ist wohl die Einfachheit, die diesem rauen, windigen Ort seinen Charme verleiht. Ausser kitesurfen, am Strand spazieren, schwimmen und in der Hängematte faulenzen, gibt es hier absolut nichts zu tun. Doch was wollten wir auch mehr?

Die dürre, heisse Wüste im Grenzgebiet von Kolumbien und Venezuela ist die Heimat des indigenen Volkes der Wayúu. Sie leben in Grossfamilien, in einfachsten Hütten, meist von ein paar Ziegen, Hühnern und dem Fischfang. Da Cabo bis vor ein paar Jahren als unsicher galt, steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen. Doch immer mehr Backpacker finden den Weg hierher. Die Wayúu Frauen und Kinder verkaufen von früh morgens bis abends selbst geknüpfte Armbändeli und aufwändig gehäkelte Umhängetaschen.

Auch in der Hauptstadt des Departments La Guajira, im untouristischen Riohacha, werden die bunten Wayúu-Taschen günstig am Strassenrand verkauft. In den Touri-Hochburgen Kolumbiens und im Ausland gibt es die beliebten Taschen zum zigfach höheren Preis. In Riohacha stehen wir nochmals für ein paar Tage bei einer Kiteschule, diesmal leider ohne Wind-Glück.

Der Karbikküste entlang fahren wir weiter südlich und treffen auf dem Campingplatz Los Angeles unsere Schweizer Reisefreunde Erika und Ernst sowie Laura und Jonas mit dem kleinen Lukas. An diesem paradiesischen Strand müssen wir nur aufpassen, dass uns keine Kokosnuss auf den Kopft fällt…

…und uns kein Kaiman in die Zehe beisst.

An der Uferpromenade von Santa Marta geniessen wir nach einem heissen Autofahrtag die erfrischende Abendbrise. Ein Herr hat sein Fahrrad in einen Grill-Verkaufsstand umgebaut, eine Afroamerikanerin trägt einen riesigen Früchtekorb auf ihrem Kopf, ein paar Argentinier verkaufen selbstgemachten Schmuck und eine holländische Backpackerin läuft mit einer Box selbstgemachter Crêpes umher. Dass dies erlaubt ist, ist etwas, was wir an Südamerika lieben. Irgendwie ist hier vieles noch so wunderbar unkompliziert.

Die nächste Stadt an der Küste heisst Barranquilla. Eine Industriestadt, die für ihren grossen Karneval bekannt und der Heimatort der Popsängerin Shakira ist. Ein paar Kilometer weiter folgt der nächste Kite-Spot. Doch auch in Puerto Velero weht momentan nur ein schwacher Wind.
Die Nacht verbringen wir am Vulkan El Totumo. Früh morgens strecken wir unsere Zehen in grauen Schlamm. Langsam lassen wir uns in den Krater hineingleiten, bis wir von Kopf bis Fuss mit der geschmeidig weichen Masse umgeben sind. Der Kegel des Vulkans ist gerademal 20 Meter hoch. Entsprechend klein ist auch sein Krater, der mit warmem Schlamm gefüllt ist. Ab und zu gluckst es, kleine Eruptionen sind spürbar. Der Schlot unter uns soll 500 Meter hinab ins Erdinnere reichen. Wie Korken stecken wir an dessen Oberfläche und haben Spass wie kleine Kinder. Ein herrliches Bad – nur leider haben wir davon kein Foto mehr.
In La Boquilla, an einem Strand etwas ausserhalb der Hafenstadt Cartagena, stellen wir uns nochmals zu einer Kiteschule. Diesmal weht der Wind – und zwar wie! Das stürmische Wetter bringt hohe Wellen mit sich, die uns anfänglich vom Brett hauen, doch dann richtig Spass machen.

Übers Wochenende machen wir einen Ausflug auf die 20 Kilometer südwestlich von Cartagena gelegene Halbinsel Barú. Beim Strand Bahía Blanca wollen wir uns nochmals mit Laura und Jonas treffen. Zusammen mit vielen anderen einheimischen und ausländischen Wochenendausflüglern geniessen wir den weissen Strand, das klare, türkise Meer und frischen Fisch.

Anderntags besuchen wir den Park Avario Nacional de Colombia.

Die Drei beleiten uns zurück zum Strand von La Boquilla, wo wir nochmals eine gemütliche Zeit zusammen verbringen.

Von Kolumbien nach Panamá gibt es keine durchgehend für Autos passierbare Strasse. Zudem wäre ein Transit wegen im Grenzgebiet herrschenden Guerilla-Aktivitäten und Drogenbanden lebensgefährlich. Diese Lücke im Panamericana-Strassennetz von Nord- und Südamerika wird Tapón del Darién, Darien-Stöpsel, genannt. So bleibt nur der Wasserweg und da es keine Fähre gibt, wird Rudolph, wie bereits von Hamburg nach Montevideo, mit einem Frachter verschifft. Von der Reederei Höegh Autoliners haben wir ein gutes Angebot für eine RoRo-Verschiffung bekommen. Obschon die Überfahrt diesmal keine vier Wochen, sondern blos einen Tag dauert, ist das ganze Prozedere genauso aufwendig. Wir wollen es entspannt angehen. Der Plan steht: morgens erledigen wir in Cartagena den Papierkram und nachmittags wird gekitet.
Der Plan wäre perfekt, wenn da nicht – wie könnte es auch anders sein – etwas dazwischen kommen würde. „Wo hast du mein Handy hingetan?“ fragt mich Thomas, während ich gerade aus dem Tiefschlaf erwache. Ein Blick zu unseren Füssen, dann zu den Fenstern und wir sind beide hellwach. Was für ein Schock! Dummerweise haben wir nicht nur Thomas Handy, sondern auch unseren Laptop mit Harddisk, die Fotokamera und ein Tablet auf dem Bett liegen gehabt. Gehabt – nun ist alles weg… Denn das zweite „dummerweise“ ist, dass wir die Fenster wegen der Hitze offen liessen und es den nächtlichen Einbrechern leicht fallen musste, das Fliegennetz aufzuschneiden und unser elektronisches Hab und Gut rauszuholen. Der Junge, der nachts die Kiteschule bewacht, ist anscheinend nach Mitternacht eingeschlafen… Ach, ach, das ist dumm gelaufen… immerhin, uns ist nichts passiert!

Wir ziehen um, auf einen überwachten Parkplatz und reagieren uns beim Kiten ab.

Nach dem Schock-Karfreitag heizen wir Rudolphs Stube an Ostern richtig ein. Sinkt das Thermometer seit Tagen auch nachts nicht mehr unter 30, so steigt es nun noch gut über 40 Grad. Sauna beim Hasen backen 😉

Cartagena gilt als Perle der Karibik. Uns gefällt die moderne Hafenstadt mit den weissen Hochhäusern. Das Highlight ist natürlich die malerische Altstadt voller grosser Kolonialhäuser mit bunten Fassaden, schönen Balkonen und riesigen Holztüren. Cartagena war zu Zeiten der spanischen Besetzung der wichtigste Hafen. Noch heute hat man das Gefühl, in Andalusien zu sein. Ich stelle mir vor, wie hier Gold und Edelsteine auf Schiffe geladen, wie die Stadt von Piraten angegriffen wurde und wie hier einst der grösste Sklavenmarkt Südamerikas stattfand. Heute zieht Cartagena jede Menge Touristen an. Abends galoppieren Pferde mit Kutschenwagen über die gepflasterten Gassen und es gibt etliche Strassencafés und gemütliche Restaurants.

Dann ist es soweit. Rudolph fährt seinen letzten der gut 40‘000 Kilometer auf südamerikanischem Boden. Zwei Tage bevor das Schiff den Hafen verlässt, müssen wir Rudolph abgeben. Die Drogeninspektion dauert nochmals drei Stunden, dann ist das Prozedere auf kolumbianischer Seite geschafft.

Wir bleiben noch ein paar Tage in Cartagena und beziehen am Kitestand ein Hotelzimmer. Während wir faul auf dem Bett liegen, die Klimaanlage surrt und wir seit Monaten wieder einmal fernsehen, klopf es an die Tür. Welch schöne Überraschung, unsere deutschen Freunde Anja und Tobi sind da! Zusammen verbringen wir unsere letzten Tage in Kolumbien…

…besteigen das Castillo San Felipe, die grösste Festung, welche die Spanier in Südamerika errichtet haben…

… und gehen ein letztes Mal in Südamerika beim Argentinier essen.

Dann ist es soweit, nach 15 abenteuerlichen Monaten sagen wir Adiós Sudamerica! In Panamá beginnt ein neues Abenteuer – Etappe zwei unserer Reise, die uns hoffentlich noch bis nach Mexiko führt!

 

Im Herzen Kolumbiens – von Salento zur Nordspitze Cabo de la Vela

Ein voll beladener Touri-Jeep bringt uns ins Valle del Cocora. Es weht ein frischer Wind, der herrliche Duft nach Eukalyptusbäumen steigt uns in die Nase. In diesem idyllischen Tal werden die Kühe noch auf der Weide und von Hand gemolken. Einmal in Cocora angekommen, führt uns ein Wanderpfad durch einen satt-grünen Nebelwald. In einem kleinen Naturreservat gibt es Kolibris zu sehen und auch sonst entdecken wir den einen oder anderen Vogel. Doch das wahrhaft grosse Highlight kommt zum Schluss: die grössten Palmen der Welt, bis zu 60 Meter hohe Wachspalmen.

Zurück im Dorf Salento schmeckt das Glace nach einer solchen Wanderung natürlich noch viel, viel besser.

In Kolumbien wimmelt es von gut erhaltenen Kolonialdörfern voller spanischer Architektur. Auch in Salento findet man historische Gassen, bunte Häuser und jede Menge Touristen. Wir dürfen kostenlos beim Restaurant Meraki stehen, dessen Besitzer auch gerade einen Sprinter zu einem Camper umbaut.

Denkt man an Kolumbien, so kommt einem der Kaffee in den Sinn. Wobei dieser hier für den europäischen Geschmack bitter schmeckt und vielleicht deswegen mit sehr viel Rohrzucker gesüsst wird. Der Espresso heisst Tinto. Café Americano ist ein Tinto mit Wasser verdünnt. Wirklich guten Kaffee zu finden, ist hier keine Leichtigkeit, denn die guten Bohnen sind vorwiegend für den Export gedacht. Die verdorbenen Böhnchen gelangen übrigens in Nestles Instantkaffee. Dies und noch viel mehr Spannendes rund um die grosse Wissenschaft des Kaffees erfahren wir auf einer tollen Tour duch die Café-Hacienda Guayabal. Mit pinkem Sombrero und Erntekorb bestückt dürfen wir selbst Kaffee pflücken.

Hoch über der Grossstadt Medellín finden wir im Vorort Santa Elena einen ruhigen Campingplatz. Wir erfreuen uns der Waschmaschine und Küche. So gibt es wieder einmal eine heisse Gulaschsuppe und ein feiner Butterzopf. Jonas und Laura mit ihrem kleinen Sohn Lukas, die wir im Norden Ecuadors kennengelernt haben, sind auch hier und bald gesellen sich Erika und Ernst zur Schweizer Runde dazu.

Einst lag Medellín fest in der Hand des berüchtigten Drogenbosses und Kartell-Anführers Pablo Escobar. Bis in die 90er Jahre galt die Stadt als einer der gewalttätigsten Orte der Welt. Heute gilt sie als sicher, wobei die Kolumbianer verständlicherweise schlecht auf Esocbar anzusprechen sind. Sie machen ihn für das schlechte Image Kolumbiens verantwortlich. Obschon heute Frieden herrscht, hat der Bürgerkrieg des letzten halben Jahrhunderts seine Spuren hinterlassen. Millionen sind dem Krieg auf dem Land entflohen und in den Slums der Metropolen gelandet. Wir lernen Medellín als Stadt voller Kontraste kennen. Eine moderne Seilbahn bringt uns runter ins Tal. Wir schweben über die Armenviertel an den Hängen, wo sich unverputzte Backsteinhütten mit Wellblechdächern aneinanderdrücken. Auch die ultra-moderne Metro steht im Gegensatz zu dem chaotischen Strassenbild der zweitgrössten Stadt Kolumbiens. Über einen Rummelmarkt finden wir den Weg zum Hauptplatz.

Hier stehen mehrere voluminöse, bronzene Figuren des kolumbianischen Künstlers Ferdinand Botero. Daran schliesst eine Fussgängerboulevard mit modernen Einkaufszentren an. Ob es an den allgegenwärtig aufdringlichen Strassenverkäufern, den schnorrenden Obdachlosen oder den vielen drogenabhängigen Menschen liegt… Jedenfalls werden wir hier im Zentrum nicht so richtig warm mit dieser Stadt.

Etwas ausserhalb, im Barrio Comuna 13, einst das ärmste Viertel der Stadt, mag uns Medellín dann doch noch von einer anderen Seite beeindrucken. Hier führen mehrere Rolltreppen den Hang empor. Die grauen Wände sind bunt besprüht und aus den Häusern ertönt friedlicher Hiphop. Vielleicht sind es genau solch kreative Projekte, die Medellín zu einer besseren Zukunft verhelfen.

Die Metro bringt uns zurück ins Zentrum, wo wir den Tag im botanischen Garten ausklingen lassen.

Unweit der Stadt befindet sich der Piedra del Peñol, ein Millionen alter, riesiger Granitstein. Heute Sonntag herrscht Hochbetrieb. Während Ernst unsere Fahrzeuge bewacht, steigen wir mit Erika im Zickzack die fast 700 Treppenstufen den Hinkelstein empor. Belohnt werden wir mit einem herrlichen Panoramablick. Die Fjord-Landschaft entstand in den 70er-Jahren, als das Gebiet für den Bau eines Staudammes geflutet wurde.

Zwischen zwei Kordilleren fliesst unten im Tal der Río Claro. Auf der Wiese des Campings sind wir die einzigen Gäste und haben richtig viel Platz.

Wie der Name bereits verrät, ist der Río Claro ein klarer Fluss. Wegen starker Regenfälle hat er seine Farbe allerdings gerade von Türkis zu Braun gewechselt. Das soll dem Spass aber nichts abtun. Zusammen mit Ernst mieten wir uns Reifenschläuche, womit wir durch den Regenwald, an tropischen Vögeln vorbei und durch tropfende Höhlen den Fluss runter rauschen.

In Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, werden wir von den Mitarbeitern und Chefs der Mercedes-Garage La Floresta grossartig empfangen. So ein Schweizer-Zweier-Sprinter-Gespann fährt hier nicht alle Tage ein. Wir werden sogar gefragt, ob wir denn Diplomaten seien. Jedenfalls fühlen wir uns und vor allem Rudolph in guten Händen. Es wird ein teurer Spass, denn Rudolph braucht neue Bremsen, Stossdämpfer und eine komplette Blinkanlage. Immerhin dürfen wir die nächsten Nächte auf dem Garagengelände stehen, was in bisherigen Garagen meist nicht erlaubt war.

Mein zweiter Geburtstag auf Reisen wird goldig, denn wir besuchen das Museo del Oro. Das weltweit grösste Goldmuseum macht uns eindrücklich klar, wie weit entwickelt die vorspanischen Kulturen Kolumbiens, ja ganz Südamerikas, waren. Mehrere Zehntausend Ausstellungsstücke überfluten unsere Augen. Tausend Jahre alte Schmuckstücke, die mit moderner Goldschmiedekunst noch lange mithalten können. Ein besonderes Exemplar ist ein Miniatur-Floss, das den König des Muisca-Volkes mit seinen Gefolgsleuten darstellt. Es besteht aus nichts als purem Gold und soll als Beweis dafür dienen, dass es den El Dorado, den vergoldeten Mann, tatsächlich gab. Der Mythos des El Dorado war es denn auch, der die Kolonisten auf der Goldsucherei durch Südamerika trieb.

Nebst dem Goldmuseum beherbergt Bogotás historischer Kern die schmucke Altstadt La Candeleria. Ein gepflegter, ruhiger Fleck mit einem tollen Kunst-Café. Nachdem das Zmittags-Geburi-Essen nicht gerade lecker ausfiel, gibt es zum Abendessen Pizza und Heineken-Bier 😉

Die richtig grosse Party lassen wir anderntags in Chía, einem reichen Vorort nördlich von Bogotá, krachen. Im Club Andrés Carne de Res gibt es zartes Rindfleisch, laute Latino-Musik, Animateure, die die Stimmung anheizen und gestossen volle Tanzflächen. Ach und wie die Kolumbianer ihre Hüften schwingen lassen können… als wären sie tanzend zur Welt gekommen. Entsprechend ist auch die Stimmung, locker, fröhlich ausgelassen, einfach fantastisch!

Auf dem Weg ins nächste Kolonialdorf ertönt ein neues Geräusch. Wir lauschen einem Zischen. Schliesslich finden wir die Lösung des Rätsels. Der Turbolader-Schlauch hat sich gelöst. Ja gut, schnell gefixt kann die Fahrt weiter gehen und der Zwischenstopp hat noch dazu verholfen, dass wir wieder auf Jonas, Laura und Lukas treffen.

Das wohl bekannteste Kolonialdorf Kolumbiens heisst Villa de Leyva. Der riesige, kopfsteingepflasterte Hauptplatz ist von vielen Restaurants, Cafés und Souvenirläden umgeben. Wir freuen uns unglaublich, als wir in einer Nebengasse ein kleines Lokal entdecken. Wie lecker, heute gibt es Koreanisch! Essen, das uns an gemütliche Abende Zuhause erinnert, wenn unser Freund Thomas uns mit koreanischen Spezialitäten verwöhnt.

Weiter nördlich stehen wir in San Gil auf dem Camping Fogota, wo wir unter märchenhaften Bäumen kolumbianische Parilla-Würstchen über dem Feuer brutzeln. Für Unterhaltung sorgt die Ara-Dame Laura.

In Barichara, einem weiteren Kolonialdorf, finden wir einen Stellplatz mit Traumpanorama.

Dennoch bleiben wir nicht bis zur Nacht, denn der Ort ist zwar hübsch gepflegt, die Häuser sind frisch gestrichen, doch das Dorf ist heute wie ausgestorben. Zu ruhig für unseren Geschmack. Vielleicht sind wir uns das einfach auch nicht mehr gewohnt. Spielt sich das Leben in Südamerika sonst immer draussen ab.

Wir fahren also weiter. Das Thermometer steigt, umso näher wir dem kolumbianischen Tiefland kommen.

Als es drückend heiss ist, endet die asphaltierte Strasse und mündet in eine staubige, löchrige Piste. Das Ganze erinnert uns an die Fahrt durch den paraguayischen Chaco.

Inmitten der Sumpf-Landschaft liegt Mompóx. 1537 gegründet war die Kolonialstadt einst ein wichtiges Handelszentrum, durch dessen Hafen Gold, Silber und Smaragde flossen. Als Dampfer die Segelschiffe verdrängten, wurde der Zwischenstopp überflüssig und die Stadt am Río Magdalena versank für lange Zeit in Vergessenheit. Der aufkommende Tourismus erlöst es gerade aus dem Dornröschenschlaf. Ein paar schmucke Kirchen und alte Bauten erfreuen sich ihrer Beliebtheit. Wir wundern uns über die vielen Schweizer Kreuze im Ort. Später erfahren wir, dass das heilige Kreuz von Mompóx dem helvetischen entspricht und es als Stadtflagge auserkoren wurde, da die Schweiz für Demokratie steht. Als wir durch die Strassen und an der Uferpromenade entlang schleichen, erstaunt es uns nicht, dass sich in dieser Brut-Hitze Schaukelstühle grosser Beliebtheit erfreuen. Es ist knapp 40 Grad, während die Luftfeuchtigkeit bei 90 Prozent liegt.

Als wir abends den blutrünstigen Moskitos entfliehen, ohne Licht im Bett höckeln und Schweissperlen trotz absolutem Nichtstun runter träufeln, sehne ich mich nach der kühlen Schweiz. Der deutsche Forscher Alexander von Humboldt, der hier 1801 Krokodile sezierte, beschrieb die Stadt als „einer der heissesten Orte Amerikas“. Zudem machte er die grossartige Feststellung, dass die Moskitos hier auch durch mehrere Lagen Kleidung hindurchstechen. Um fünf Uhr wird’s hell und wir haben die Nacht überstanden. Wie die Sonne aufsteigt, verlassen wir Mompóx. Bis zum Sonnenuntergang sind wir unterwegs. Unser Ziel ist die Karibikküste. Einige Kilometer fahren wir an der Grenze von Venezuela entlang, wo die politische Situation seit vielen Monaten als höchst unsicher gilt. Wegen Schmuggel und illegaler Zuwanderung passiert man in dieser Gegend viele Militärkontrollen. Der günstige Sprit aus dem Nachbarland wird am Strassenrand verkauft.

Dann haben wir es geschafft. Wir haben ihn erreicht, den nördlichsten Punkt unserer Südamerikareise. Inmitten einer dürren Wüste, dem Gebiet der Wayúu-Indigenen befindet sich auf einer Halbinsel Cabo de la Vela. Mit einem Guide könnte man noch höher fahren, nach Punta Gallinas. Doch für uns ist hier genug, denn was wollen wir mehr als Meer und Wind, einer Bucht, die den Kitern und Fischern gehört.

 

Berg- und Talfahrt durch ein offenes Kolumbien – von Ipiales nach Calima

Komm mit, komm mit mir ins Abenteuerland…
Heute reisen wir in unser letztes Südamerika-Abenteuerland ein, bevor wir nach Panama übersetzen. Wir platzen fast vor Vorfreude! Vor uns liegt der Südwesten Kolumbiens, voller spannender Gegensätze und geborgener Schätze. Unweit des Grenzortes Ipiales finden wir den ersten Schatz. Eine Gondel führt uns ins Tal von Las Lajas hinunter, zu einer imposant in die Schlucht gebauten Basilika. Die Fels- ist gleichzeitig Altarwand. Die Kirche wurde an dieser speziellen Stelle errichtet, da an diesem Ort Wunder geschehen sollen. So berichtet eine Sage von einem taubstummen Mädchen, dass hier der Jungfrau Maria begegnet sei und daraufhin hören und sprechen konnte.

Kolumbien zieht uns vom ersten Moment an in seinen Bann. Die majestätische Landschaft – Kolumbien ist doppelt so gross wie Frankreich – beeindruckt uns genauso wie die Offenherzig- und Fröhlichkeit der Menschen. In den vergangenen Jahren ist Kolumbien zu einem populären und weitgehend sicheren Reiseland geworden. Das Land befindet sich im Aufbruch und nach fast einem halben Jahrhundert Bürgerkrieg tragen die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den Rebellengruppen erste Früchte.

Dass Kolumbianer offen und interessiert gegenüber Neuem sind, erleben wir das erste Mal in der Stadt Pasto. Wir suchen nach einem Bankomaten, noch ohne Erfolg. Als wir am Strassenrand parkieren und uns überlegen, wo wir als nächstes hinfahren, spricht uns Dario an. Der junge Mann will uns gerne helfen. Ob auch wir etwas für ihn tun könnten. Na klar! Wir folgen dem Roller von Dario zur Universität. Wahrscheinlich möchte er ein Interview mit uns machen, das haben wir schon öfters erlebt. Doch plötzlich steht Dario mit uns vor einem Klassenzimmer. Seine Englisch-Lehrerin öffnet die Türe und bittet uns in die Klasse. So sitzen wir überrascht da, in einer Runde kolumbianischer Studenten und beantworten Fragen zu uns, Kolumbien und der Schweiz, unserer Reise… Es ist spürbar, dass die Kolumbianer sich über den zunehmenden Tourismus freuen und sehr interessiert sind. Sie erzählen uns begeistert von ihrem Land und dass es nun sicherer sei. Zum Abschluss gibt es ein tolles Gruppenfoto auf der Wiese vor der Uni, im Hintergrund der über 4000 Meter hohe Vulkan Galeras. Anschliessend laden uns Dario und seine Lehrerin Adalgisa zu einem leckeren Mittagessen ein. Wir geniessen die unverhoffte Begegnung und grossartige Gastfreundschaft!

25 Kilometer ausserhalb von Pasto liegt zwischen idyllischen Bergen, Kuhweiden und Holzchalets die Laguna de la Cocha. Beim Restaurant Jardin del Lago wollen wir die Nacht verbringen. Hier erwartet uns eine weitere schöne Überraschung. „Unsere“ Fahrradfahrer Laura und Reza sowie unsere Reisefreunde Erika und Ernst sind auch hier! Zusammen geniessen wir die in der Sonne glitzernde Lagune, ein kühles Bier und zum Abendessen einen Trucha, frische Forelle.

Gestärkt brechen wir am anderen Morgen auf. Vor uns liegt wohl eine der atemberaubendsten Strassen Kolumbiens. Die berüchtigte Piste El Trampolín de la Muerte, das Trampolin des Todes, führt uns durch nebelverhangene Bergwälder. Wir hüpfen wahrhaft wie auf einem Trampolin auf unseren Sitzen über die holprig steinigen Passstrassen. Kurvenreich geht es bergauf und gleich wieder bergab, denn Tunnels gibts hier nicht. Einmal sind wir im kalten Nebel, dann wieder in wärmeren Gebieten. Der Staub wirbelt umher. Viele Warntafeln, abgerutschte Leitplanken, hie und da ein Erdrutsch, mal wieder eine Wasserüberquerung und vor allem schmale Strassen und steile, tiefe Abgründe wecken in uns das Gefühl von Abenteuer und Nervenkitzel pur. Anders als beispielsweise die Todesstrasse in Bolivien wird diese Strecke noch rege befahren und so kommt es zu engen Kreuzungsmanövern mit entgegenkommenden Lastwagen.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben es Guschti, der Sprinter von Erika und Ernst, und Rudolph nach Mocoa geschafft. Nun befinden wir uns im Tiefland-Regenwald. Auf dem Camping Vaguara werden wir einladend von Cristobal, Ilona und Mario empfangen.

Nach dem Frühstück steigen die Temperaturen. Wir befinden uns im oberen Amazonasbecken und das schweisstreibende Tropenwetter macht uns etwas zu schaffen. Nicht nur das, sondern auch die vielen neuartigen Früchte auf dem Markt hauen uns um. Nebst Bananen, Maracujas und Mangos gibt es exotische Früchte, die wir noch nie gesehen haben, wie beispielsweise eine Baum-Tomaten-Frucht oder Lulo.

Nachmittags kraxeln wir durch den Regenwald einen Hügel hoch. Wir fühlen uns, als ob wir in einer Sauna wandern würden. Doch dann haben wir es geschafft. Vergnügt springen wir in den kalten Río, geniessen die Abkühlung und den idyllischen Wasserfall.

Wieder unten angekommen, sorgt ein typisch kolumbianisches Getränk für frische Energie. Agua de Panela ist ein Wasser-Rohrzucker-Getränk, das zwar furchtbar süss, aber mit Limettensaft sehr lecker schmeckt.

Wir schaffen es gerade noch vor dem Gewitter zurück auf den Camping. Wie schön, auch Laura und Reza haben die Abenteuer-Piste geschafft! So ist die Runde wieder komplett und parat für ein weiteres Trucha-Essen. Diesmal gibt es den Fisch aus dem Holzofen und mit einem Bananen-Palmen-Blatt umwickelt.

Zusammen mit Erika und Ernst fahren wir im Konvoi weiter. Wir steigen wieder auf 1700 Meter und kommen durch ein grünes Tal, in dessen Tiefe der Río Magdalena, Kolumbiens grösster Fluss, fliesst. Auf dem Camping Colina de Santiago in San Agustín ist es regnerisch und kühl. Perfektes Wetter für eine Jass-Runde unter Schweizern. Ja, wir lernen tatsächlich in Kolumbien zu jassen!
Anderntags besuchen wir den Archäologischen Park mit seinen steinernen Figuren aus vorspanischer Zeit. Ein Rundgang führt uns durch den Wald und über die Hügel. Die monumentalen Skulpturen sind ein geheimnisvolles Überbleibsel eines längst verschwundenen Volkes und erstaunlich gut erhalten. Rund 500 Figuren wurden in der Gegend von San Agustín gefunden. Die maskierten Ungeheuer, Jaguar-Schamanen oder heiligen Tieren wie Adler oder Frosch ähnelnden Figuren dienten vermutlich als Grabsteine.

Mit dem Colectivo geht es zurück in den Ort. Das Wandern hat durstig und hungrig gemacht.

Die nächsten 280 Kilometer beanspruchen einen ganzen Fahrtag. Schleichende Lastwagen, waghalsige Überholmanöver einheimischer Fahrzeuge, viele umher flitzende Roller und einige fiese Schlaglöcher machen das Fahren hierzulande nicht langweilig. Noch ist die Gegend üppig grün und der Boden fruchtbar. Kaum zu glauben, dass wir bald in eine Wüste kommen sollen. Doch dann ändert sich die Landschaft plötzlich. Bäume entweichen Kakteen, der Boden wird trocken, rissig und die Erde rötlich-braun. Es ist wieder fast 40 Grad heiss, das Wechselbad geht weiter!

Die 330 km2 grosse oder eben kleine Tatacoa-Wüste ist eine Kuriosität, da sie rundum von Vegetation umgeben ist. Die Berggipfel um den Nevada de Huila bekommen den Grossteil des Regens ab, während es hier, wo es bis zu 50 Grad heiss werden kann, oft trocken bleibt.

Während die Sonne dem Horizont neigt, gelangen wir an einen paradiesischen Ort auf Erden. Eine Empfehlung unserer Reisefreunde Betty und Beat – herzlichen Dank dafür! Ein Stellplatz inmitten einsamer Natur. In der der heissen Savanne steht hier ein riesiger Pool, quasi ein Privatpool, denn wir sind die einzigen Gäste. Der Wahnsinn! Zwei wunderbar ruhige und friedliche Tage geniessen wir auf dem Platz von Saul und seinen Freunden. In dieser bizarren Landschaft fühlen wir uns wie auf einem anderen Stern. Saul erklärt uns, dass die pinken Früchte und weissen Blüten des Melonenkaktus essbar sind. Sie schmecken leicht süsslich und der Stiel der Blüte erinnert mich an Zuckerwatte.

Wenig Lichtemissionen und eine klare Luft machen den Sternenhimmel grandios. Von Javier, dem ansässige Astronomen, erfahren wir beim Besuch der Sternwarte viel Spannendes. Mit einem Laserpointer zeigt er uns verschiedene Sternbilder und durch die Teleskope dürfen wir die Halbsichel der Venus, das Funkeln des Tauron und die vielen neuen Sonnen des Orionnebels bestaunen. Javier ist sehr enthusiastisch und zwei Stunden Vortrag vergehen wie im Flug. Einmal mehr sind wir uns bewusst, wie klein die Erde, ja wir Menschen doch im grossen Universum sind. Unterhalb der Sternwarte liegen die Canyons El Cuzco, durch die wir am anderen Morgen noch vor dem Frühstück wandern. Erosionen haben ein fabelhaftes Labyrinth aus rot-orangen Felsformation geschaffen.

Zusammen mit Erika und Ernst fahren wir weiter, wieder in kühlere Gebiete. Die vor uns liegende Strecke war über Jahrzehnte Guerilla-Gebiet und galt entsprechend als gefährlich. Die Situation hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und heute sorgt das Militär für Sicherheit. An vielen Überlandstrassen treffen wir auf Checkpoints, an denen uns die Militaristen mit hochgestrecktem Daumen signalisieren, dass der kommende Strassenabschnitt als sicher gilt. Generell können wir sagen, dass wir uns in Kolumbien bisher nie unsicher gefühlt haben.
Während wir in die Höhe steigen, wird die Luft allmählich kühler. Über eine Schotterstrasse gelangen wir in das kleine Bergdorf San Andrés de Pisimbalá. Hier lebt das indigene Volk der Nasa, dem es bis heute gelungen ist, schwer bewaffnete Guerilleros und Paramilitärs aus ihrem Territorium zu verjagen und ihre uralte Identität zu bewahren. Mit Zeremonie-Stäben und –keulen ausgerüstete Wächter sorgen für Recht und Ordnung. Die Nasa organisieren und verwalten ihr Gebiet selbst und verfügen über eine eigene Rechtsprechung. Als wir ins Dorf fahren, lodert gerade ein grosses Feuer auf dem Dorfplatz. Später erfahren wir, dass darin einige Kilo Marihuana verbrannt wurden. Der Mann, bei dem die Grossmengen gefunden wurden, soll morgen in der Dorfkirche mit Peitschenhieben bestraft werden.

Wir finden einen einfachen, aber sicheren Stellplatz. Zu den kühlen Temperaturen passt das Gerber-Fondue, das uns Tabea und Marco mitgebracht haben, hervorragend!

Unmittelbar südlich des Dorfes San Andrés befindet sich eine weitere bedeutende archäologische Stätte. Tierradentro ist bekannt für seine Grabkammern. Noch vor dem indigenen Volk der Nasa erbauten die einstigen Bewohner etwa 500 bis 900 Jahren nach Christus auf den umliegenden Hügeln Schachtgräber. Wir wandern zu den verschiedenen Fundorten. Holzklappe auf und los geht’s. Zwei bis neun Meter tief klettern wir die grossen, steilen Treppenstufen runter ins Erdinnere. Unten ist es kühl und finster. Gut haben wir unsere Taschenlampe dabei. Einige der unterirdischen Grabkammern sind mit Malereien verziert. Hier wurden die ausgegrabenen Knochen verstorbener Stammesmitglieder zur letzten Ruhe gesetzt. Grabräuber und Archäologen fanden nebst den Ton-Urnen Grabbeigaben wie Keramik- und Goldgegenstände. Die Parkwächter freuen sich merklich über den aufkommenden Tourismus. Überall werden wir sehr freundlich begrüsst und man erklärt uns engagiert die verschiedenen Grabstätten.

Der Wanderweg führt uns hoch über die saftig grünen Hügel, wo wir auf freundliche Einheimische, Pferde und einfache Bambus-Häuser treffen. Zurück in San Andrés gibt es einen erfrischenden Jugo de Mora, Brombeerensaft.

In Silvia, einem weiteren Indígena-Dorf in den Bergen nördlich von Popayán suchen wir einen Stellplatz. Doch dort, wo wir hinwollten, ist niemand da. Etwas ratlos parkieren wir am Strassenrand. Da taucht plötzlich Aria auf, eine junge Einheimische, die uns wieder erkennt. Sie und ihr Mann Jorge haben uns in Tierradentro angetroffen. Sie lädt uns gleich ein. Wir dürfen sicher vor dem Haus ihres Vaters Augustin stehen. Die Gastfreundschaft der Menschen, die dem Stamm der Guambiano-Indianer angehören, überrascht uns, denn im Reiseführer haben wir gelesen, dass das Volk gegenüber Touristen und Fotos sehr zurückhaltend sei. Doch nun stehen wir in einer Küche von Einheimischen und werden von zwei strahlenden Gesicherten willkommen geheissen.

Heute Dienstag ist in den Strassen von Silvia viel los, denn der traditionelle Markt findet statt.

Wir geniessen es, durch das quirlige, farbenfrohe Gewühl zu schlendern. Es gibt herrlich frisches Gemüse und Früchte, einen tollen Rummelmarkt und vor allem viele strahlende Gesichter. Die Guambianos sind sehr geschäftig. Es herrscht eine lebhaft fröhliche Stimmung.

Nachmittags dürfen wir mit Augustin seine Brüder in einem höher gelegenen Dorf besuchen. Joaquin bewohnt das 100-jährige Elternhaus, indem die Geschwister liebevoll ein kleines, privates Museum mit alten Gegenständen eingerichtet haben. An der Wand hängt ein Foto der verstorbenen Eltern sowie der Wecker, mit dem der Vater aufstand. Gleich nebenan wohnt Antonio mit seiner Frau. Typisch kolumbianisch bekommen wir eine Tasse frischen Tinto, schwarzen Kaffee, serviert. Wir geniessen den näheren Kontakt zu den Indigenen. Zudem schätzen wir es, in dieses Gebiet, das ebenfalls jahrelang wegen der Aktivitäten von Guerilleros, Grossgrundbesitzern und Kokabauern als unsicher galt, reisen zu dürfen. Wir lernen die Guambianos als einen sehr stolzen und lustigen Stamm kennen, der bis heute fast autostark von seiner Heimaterde lebt. Bis heute werden ureigene Sorten Kartoffeln und Mais gesät. Als Geschenk bekommen wir eine riesige Wurzel-Knolle, die Joaquin aus dem Boden zieht. Daraus stellen die Einheimischen – und bald auch Thomas – frischen Saft her.

Abends ist Rudolphs Stube mal wieder voll. Aria und Jorge mit der kleinen Adriana sind zu Besuch. Dazu gesellen sich Wilson und Kennedy, die Brüder von Aria. Kennedy hat noch seinen kleinen Sohn dabei. Mit dem fröhlichen Augustin und natürlich Erika und Ernst ist die Runde komplett und der Tisch voll. Wir geniessen einen sehr geselligen und lustigen Abend und sagen Muchas Gracias oder eben Pai Pai – vielen Dank in der Sprache der Guambianos.

Wir haben uns in Silvia sehr wohl gefühlt und fahren glücklich und erfüllt weiter. Die doppelspurige Panamericana führt uns nach Cali, in die zweitgrösste Stadt Kolumbiens. Bei einer Badi quartieren wir uns ein und Erika und ich machen uns mal wieder an den Bürokramm.

Nach der Arbeit folgt das Vergnügen. Erika und Ernst laden uns heute zum Nachtessen ein. Im Restaurant Platillos Voladores feiern wir nachträglich den Geburtstag von Erika und werden kulinarisch irrsinnig verwöhnt. Welch ein Schmaus… Wir geniessen jeden Bissen dieses edlen Essens und die tolle Gesellschaft!

Dann sind wir, nach zwei gemütlichen Wochen zusammen mit Erika und Ernst, wieder alleine unterwegs. Es wird Zeit fürs Kiten. Beim Lago Calima finden wir bei einer Kite-Schule einen gemütlichen Platz. Die Stimmung ist toll, nur das Wetter nicht so ganz. Bewölkt und regnerisch und entsprechend böig ist es. Dennoch schaffen wir es einmal auf den Stausee raus.

Doch auch die nächsten Tage soll es regnerisch bleiben, so wollen wir unser Glück an den Spots der kolumbianischen Karibikküste versuchen.